Soldatenleben in Trier vor dem 1. Weltkrieg

In den Jahren vor dem 1. Weltkrieg verlief das Leben in Trier ruhig für die Soldaten. Sie wurden zwar auf den Krieg vorbereitet und hatten dadurch wenig Freizeit, trotzdem waren sie fröhlich und gut gelaunt. Die 5500 bis 6000 ständig in Trier stationierten Soldaten befanden sich hauptsächlich im westlichen Teil Triers. Allgemein gesehen war das Leben in Trier nicht anders als in andern militärisch wichtigen Städten. Das wichtigste Fortbewegungsmittel war damals das Pferd bzw. das Fahrrad. Außerdem gab es viele Musikvereine die auch aus Soldaten bestanden. Typisch für die damalige Zeit waren dicke, breite Schnauzbärte die an den Spitzen nach oben gerollt waren. Ebenso wird auf den Bildern gezeigt, dass die Mosel zu niedrig war um eine ausgedehnte Schifffahrt zuzulassen und dass sie schon in früherer Zeit häufig über die Ufer trat. Damals waren durch die nur mäßige Bebauung des Ufergebiets allerdings nur geringe Schäden zu verzeichnen. Auch das Klima war damals in Trier sehr warm, denn es standen auch Gewächshäuser mit Tropenpflanzen in einigen Teilen der Stadt.

Die Freizeitaktivitäten die den Soldaten zur Verfügung standen waren damals begrenzt, da sie nur wenig Freizeit hatten. So konnten sie zur damaligen Zeit in der Mosel schwimmen gehen, auf dem Turnplatz in der Nähe des Eichamtes ihren Körper trainieren und Fußball spielen. Des weiteren bestand die Möglichkeit sich im Umgang mit dem Degen zu verbessern. Ebenso war es möglich in einen der Trierer Musikvereine einzutreten.

Die Soldaten mussten unter andrem beim Bau und bei der Instandhaltung der Straßen und Eisenbahnlinien helfen. Wenn sie ein Instrument spielen konnten, dann konnten sie noch zusätzlich in einer Militärkapelle spielen. Die häufigsten Instrument in einer solchen waren Trompeten und Trommeln. Viele Gebäude in Trier wurden zu militärischen Zwecken umgebaut und genutzt. Unter anderem waren darunter auch Prachtbauten, wie zum Beispiel der Kurfürstliche Palast, der zur Palastkaserne umgerüstet wurde. Vor den wichtigsten Gebäuden standen Wachen die diese beschützten indem sie davor patrouillierten. Auf manchen Bildern aus dieser Zeit sind auch deutliche Schäden an manchen, vor allem an zivilen Gebäuden, zu erkennen. Als militärische Gebäude konnte man auf den Fotos unter anderem Geschützfabriken erkennen in denen Kanonen und andere Artillerie gebaut wurden. Die mit Abstand am häufigsten gezeigten Gebäude waren aber Kneipen. In diesen konnten sich die Soldaten treffen und erholen. Allgemein sehr auffällig an den Bildern ist, dass die Soldaten so gut wie immer Alkohol tranken und Pfeifen rauchten. Auf einem Bild sind auch unterirdische Stollen zu sehen, was darauf hinweist, dass ein Gangsystem zu Bunkern oder ähnlichem angelegt wurde, um die Stadt zu verteidigen. Häufig wird auch die Ironie der Soldaten gegenüber dem Krieg deutlich. Diese Bilder sind fast alle gestellt und zeigen oft Szenen von Kriegshandlungen und Kämpfen bei denen die Soldaten aber lachen und sich eher darüber amüsieren als den Krieg ernst zu nehmen.

weiter