Reaktion in Trier auf die Mobilmachung
1.8.1914
Es war kurz nach 17 UHR, als an den Fenstern der Zeitungsverlage ein Telegramm ausgehängt
wurde, das in knappen Wortlaut besagte. ,,Der Kaiser hat die Mobilmachung der Armee und der Marine befohlen. Der erste Mobilmachungstag ist der 2. AUGUST." Zwar bedeutete die vom Kaiser angeordneten Mobilmachung noch nicht den Beginn der Feindseligkeit, doch spürten alle Menschen, dass die Lawine im Rollen war und die Waffen
sprechen würden. Die Bevölkerung zeigte sich begeistert..."Wohl niemals
haben die Straßen Triers eine so gewaltige vaterländliche Begeisterung gesehen wie an jenem Hochsommernachmittag. Dröhnende Hurrarufe pflanzten sich durch die Stadt fort, die Volksmenge sang
"Deutschland, Deutschland über alles" und vor allem "Wacht am Rhein". Wie ein Taumel vaterländischer Begeisterung war es über die Menschenmassen gekommen, ähnlich wie ein jauchzender Jubel. Wildfremde Menschen schüttelten sich die Hände, alte Gegner versöhnten sich auf offener Straße, die ganze Stadt fühlte sich als eine einzige große Familie, als stolzes Glied des Deutschen Reichs. Auch zogen am Abend bis in die späte Nacht hinein Männer und Burschen, durch die Straßen in der Stadt, patriotische Lieder singend. "Immer wieder kehrten diese Züge zu dem Kaiser-Wilhelm Denkmal auf dem Domfreihof zurück, wo sich jedes Mal ein Redner
fand, der eine jubelnd aufgenommene Rede hielt. Aus den Wirtschaften ertönten fast die Nacht hindurch Lieder und Hochrufe auf Deutschland und Österreich und die verbündeten Herrscher".
Schlagzeilen zum Kriegsverlauf