Mobilmachung vor dem ersten Weltkrieg bedeutete das
deutsche Reich bereit zu machen für den Ernstfall Krieg, sodass bei Verwaltung
als auch bei Militär Maßnahmen ergriffen wurden um vorbereitet zu sein.
Diese Mobilmachung war nicht nur eine Angelegenheit kurz vor dem Ausbruch des
Krieges, sondern eine lange Vorbereitung, die schon lange vor 1914 eingeplant
wurde. Das "Pulverfass Europa" drohte nicht erst nach dem Attentat von
Sarajewo auf den österreichischen Thronfolger Ferdinand I. zu
"explodieren". Ein Krieg war abzusehen, auch wenn man den deutschen
Kaiser und preußischen König schon als Friedenskaiser gefeiert hat, da er dem
Deutschen Reich eine 40jährige Friedensperiode gebracht hatte. Das ersten Anzeichen eines großen Konflikts war das nach der Marokko-Krise ausbrechende Wettrüsten zwischen Deutschland und England. Zwischen vielen europäischen Staaten wurden Bündnisse geschlossen, sodass Deutschland isoliert inmitten Europas lag. Insbesondere Trier war von dieser Mobilmachung stark betroffen, da die Stadt einer der nächsten größeren Städte, die an de Erzfeind Frankreich grenzte, war. Somit kann Trier als "Sprungbrett" zur Front im Westen bezeichnet werden. In unseren Untersuchungen fanden wir zahlreiche Vorbereitungen die im Zuge der Mobilmachung stattfanden. Zunächst gehen wir auf die Entwicklung des Straßennetzes in Trier ein. Noch im Jahr 1900 hatte Trier eine der schlechtesten Infrastrukturen im deutschen Reich. Die Straßen waren noch nicht befestigt, es gab kein Kanalsystem, sodass die Bevölkerung sich über den üblen Gestank in der Innenstadt beschwerte. Der Straßenbau Trier entwickelte sich bis Ende 1914 so stark, dass die Stadt zu diesem Zeitpunkt, nach dem Berliner Stadtteil Charlottenburg, die zweitgrößte Fläche an geteerten Straßen aufwies. Auffällig ist, dass gerade in den Jahren verstärkter Mobilmachung, vor bevorstehenden Krisen der Ausbau der Straßen bis aufs Äußerste vorangetrieben wurde, sodass im Falle eines Krieges schnelle Truppenbewegungen möglich waren. |
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